Archiv der Kategorie: Sommer

Polen – eine neue Urlaubserfahrung

Mittlerweile ist unser Urlaub auch wieder geschlagene zwei Wochen vorbei und der Alltag hat uns wieder völlig in Beschlag genommen. So schlage ich mir im Einsatz Klimacamp die Nächte um  die Ohren und der Rest der Familie wird auch Schrittweise wieder von den Alltagspflichten eingeholt. Es wäre aber Schade, wenn der vergangene Urlaub einfach so abgehakt würde, war er doch äußerst interessant und erholsam.  Die erste Hälfte unseres Urlaubs verbrachten wir in der Nähe von Danzig in einen Ferienhaus, dass malerisch an einen See lag, der zu Wassersportaktivitäten  einlud. Die günstige Position des Feriendomizils ermöglichte umfangreiche Exkursionen. So konnte die Marienburg, Danzig, die Halbinsel Hela und das Seebad Sopot erkundet werden.

Marienburg

Die zweite Hälfte des Urlaubs verbrachten wir in Niederschlesien, im Großraum Breslau.  Breslau ist eine sehr schöne Stadt und bot uns Basis für umfangreiche Ausflüge ins Umland, wo Simone auch ihren Familienwurzeln (zumindestens eines Teils) nachspüren konnte.

Holzkirche Wang

Die von uns angemieteten Ferienhäuser waren preiswert und hatten einen hohen Standard. Die von uns häufig aufgesuchten Restaurants boten gute Küche zu vernünftigen Preisen. Die Lebenshaltungskosten hielten sich ebenfalls in moderaten Grenzen.

Breslau -Dominsel

Die Eintrittsgelder der Museen  waren günstig, so dass wir die ein oder andere Attraktion noch mitnehmen konnten. Ein vergleichbarer Urlaub, an der niederländischen Küste zum Beispiel, wäre sehr viel teurer geworden.

Wanderung um Lontzen

Abwechslungsreich war die  Wanderung um die belgische Gemeinde Lontzen: Passagen mit Fernsichten wechselten sich mit schattigen, tief eingeschnittenen Hohlwegen ab.

Weg am Feldrain.
Weg am Feldrain.

Und immer wieder trafen wir auf Gutshöfe und Wohnhäuser aus Bruchstein mit ihren typischen kleinen Fenstern mit Blausteinfassung.  inspiriert von einem Artikel aus der Aachener Zeitung begaben wir uns auf diese kleine Wanderung für die wir um die drei Stunden benötigten.

Fernsicht in der Nähe von Lohntzen
Fernsicht in der Nähe von Lontzen

Mittelalter zum Anfassen

Locronan wird, so hatte ich den Eindruck in jedem Touristenbüro in Finistere als Ausflugsziel empfohlen. Meiner Meinung nach völlig zu Recht.

Es scheint, als ob der kleine Ort mittels einer Zeitmaschine aus dem Mittelalter in die Gegenwart katapultiert worden ist.

Das Städtchen lebt augenscheinlich überwiegend vom Tourismus, denn in den schmucken Häusern sind überwiegend Souvenirgeschäfte, Werkstätten von Kunsthandwerkern und Restaurants untergebracht.

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Besonders malerisch ist der zentral gelegene Marktplatz. Das dortige Gebäudeensemble vor der Kirche mit dem mittig gelegenen Brunnen wirkt wie ein Filmset.

thumb_DSCF7185_1024Die Kirche,ist dem heiligen Ronan, einen irischen Wanderbischof gewidmet, der in Locronan irgendwann im 6. Jahrhundert verstarb. Gleichnamiger Ronan ist im Seitenschiff der Kirche bestattet. Dieses Grab, das dazugehörige Reliquiar und die die Lebensgeschichte des Heiligen zeigenden Glasfenster aus dem 15. Jahrhundert
sind die Highlights der im gotischen Stil gehaltenen Kirche.

Locronan ist Autofrei; lediglich verirrt sich hin und wieder ein Streifenwagen ins Ortsinnere.

Am Ortseingang befinden sich mehrere Parkplätze, wo eine Parkgebühr von 4,- EUR entrichtet werden muss. Diese Gebühr ist für das jeweilige Kalenderjahr gültig und man erhält deswegen einen Autoscheibenaufkleber.

Auch gibt es dort eine Stadtkarte, in der ein Rundwanderweg vorgeschlagen wird. Diesen haben wir genommen und haben für einen Rundgang durch das blumengeschmückte Örtchen und den Besuch der Kirche ca. 2 1/2 Stunden benötigt.

Der Besuch von Locronan lohnt sich allein schon wegen des absolut unverfälschten Mittelalter-Look des Städtchens.

Der Besuch kann gut mit einem Besuch des Point-du-Raz an einem Tag kombiniert werden.

 

Domaine de Trevarez – Traumhafter Landschaftsgarten

Der Eintritt in den Schlosspark betrug für unsere vierköpfige Familie 14,- Euro.

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Der Park. Ist wirklich schön. Stark erinnerte mich der Park an einen klassischen englischen Landschaftsgarten. Dazu kommt dann noch das riesige Herrenhaus, dass an einem Abhang über allen zu thronen scheint.

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Sehr gut gefiel mir der Wasserfall, die äußerst gepflegten Anlagen und das Meer von blühenden Rhododendren.

Der Park war überhaupt nicht überlaufen und man konnte alles in Ruhe erkunden.

Für den Rundgang benötigten wir ungefähr vier Stunden. Alles in Allem ein lohnender Halbtagsausflug.

Ile de Gavrinis – Besuch in der Jungsteinzeit

Wir besuchten Gavrinis im August 2016. Ein Besuch mit zwei Erwachsenen und zwei Teenagern schlug mit 52,- € zu Buche.

Neben dem Transfer zur Insel Gavrinis, der Besichtigung des Cairns war auch noch eine Bootsumrundung der Nachbarinsel Er Lannic im Preis inbegriffen. Die Preisdifferenz zur normalen Überfahrt und Besichtigung von Gavrinis beträgt nur wenige Euro.

In jedem Fall sollte der Besuch vorher gebucht werden. Es wäre fatal, wenn man nach Larmor-Baden anreist und dann keinen Platz auf dem Boot bekommt.
Wir buchten am Tag vorher mittels E-Mail, was ohne Probleme von Statten ging.
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Die Karten kann man dann in dem Büro am Hafen von Larmor-Baden abholen. Hier befinden sich auch Toiletten, die man auf jeden Fall benutzen sollte, denn weder auf der Insel, noch auf dem Boot befindet sich ein stilles Örtchen.

Die Dame im Hafenbüro sprach ein gutes Englisch und stattete uns mit jeder Menge Infomaterial zu Gavrinis in deutscher Sprache aus.

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Das Transferboot, bei dem es sich um einen alten, umgebauten Kutter handelte, legte dann auch pünktlich am Ende der Hafenmole an. Das Boarding war relativ zügig abgeschlossen und innerhalb einer Viertelstunde hatten wir die Insel Gavrinis erreicht, wo wir von einer resoluten Fremdenführerin erwartet wurden.

Größere Taschen der Besucher wurden nach dem Empfang eingeschlossen und die Fremdenführerin begann mit der Einweisung in die Örtlichkeit, was wirklich sehr fundiert war.

Dummerweise geschah dies nur in französischer Sprache, der ich auch bis zu einem gewissen Punkt mächtig bin. Bei der Fülle der Informationen musste ich dann aber irgendwann die Reißleine ziehen, bzw. verstand nur noch Bahnhof.

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Die Fremdenführerin teilte dann die Gruppe in zwei ca. 15 Personen starke Gruppen auf und führte diese nacheinander in den Grabhügel.

Der 14 Meter lange Gang endet nach 14 Metern in einer Grabkammer. Interessant und meiner Meinung nach einzigartig sind die Ornamente in den Tragsteinen. Neben Darstellungen von Axtklingen, Pfeil und Bogen, Rinder und Schlangen fällt vor allem die Spiralförmige Ornamentik ins Auge.

Die Fremdenführerin wies auf sämtliche Besonderheiten hin, erklärte viel und beantwortete auch viele Fragen, … leider nur in Französisch.

Die eigentliche Besichtigung des Ganggrabs dauerte ca. 20 Minuten. Fotografieren innerhalb des Grabs ist untersagt.

Auf der Rückfahrt hielt das Boot noch vor der Insel Er Lannic und es bestand die Möglichkeit die halb versunkene Kreissteinsetzung zu bestaunen.
Das ist meiner Meinung nach ein wenig enttäuschend, da man vom Boot aus nicht wirklich die Kreisform der Anlage erkennen kann.
Auf dem Luftbild sieht die Anlage dahingegen sehr gut aus und ich war wohl deswegen in einer falschen Erwartungshaltung.

Gut gefallen hat uns, dass immer nur ca. 30 Leute gleichzeitig auf Gavrinis sind.

Weniger gut finde ich, dass vor Ort keine Führung in anderen Sprachen angeboten wird. Schulfranzösisch bekommt hier nämlich klar seine Grenzen aufgezeigt (Deshalb hier einen Punkt weniger).

Den Besuch von Er Lannic kann man sich getrost schenken, da die Anlage wohl nur auf dem Luftbild wirklich gut aussieht.

Pont Aven – Wie aus dem Bilderbuch

Am Ende einer Meeresbucht und im Bereich der Mündung des Flüsschen Aven liegt das malerische Örtchen.
Gaugauin entdeckte Pont-Aven im ausgehenden 19. Jahrhundert für sich, weil dieses „kleine preiswerte Loch“ die ideale Location für einen Künstler war.

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Der Tradition von Gaugauin und der von ihm begründeten Malerschule haben sich die vielen Galerien im Ort verschrieben.

Das gesamte Örtchen war mit Blumen geschmückt und prächtig herausgeputzt.

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Sehenswert fand ich die Kapelle Trémalo und den malerischen Hafen, der stark Tidenabhängig ist. Absolutes Highlight ist aber meiner Meinung nach das „Chaos d´Áven“, ein Wildwasserbereich des Aven mitten im Ortszentrum.

Die örtliche Gastronomie ist völlig auf Touristen ausgerichtet und auch dementsprechend teuer.

Wir waren Anfang August zufälligerweise zum Blumenfest in Pont-Aven und konnten so an einem Stand auf dem Festplatz Hausgemachte Crêpes für kleines Geld verzehren.

Im Ortseingang befindet sich ein Supermarkt. Dahinter befinden sich ausreichend Parkplätze.

U-Boot Bunker Lorient – Besichtigung mit Tiefgang

Bei meinem Besuch der Bretagne wollte ich mir diese Hinterlassenschaften des Weltkriegs nicht entgehen lassen.

Erst seit Ende der 1990er Jahre ist das Gelände frei zugänglich und wird seitdem Schritt für Schritt erschlossen.

In Teilen der Bunkeranlagen konnten diverse Firmen angesiedelt werden, die alle irgendwie etwas mit Yachtbau und Segelrennen zu tun haben. Auch ist am Eingangsbereich des Bereichs ein modernes / futuristisches Museum entstanden, dass sich dem Yachtsport widmet. Hier müssen auch die Eintrittskarten für die Führung durch den U-Boot Bunker erstanden werden.

Hier muss man sich dann auch entscheiden ob man an einer Französischsprachigen oder einer Englischsprachigen Tour teilnimmt. Wir wählten Englisch.

Zwei Erwachsene und zwei Teenager schlugen mit insgesamt 15,- € zu Buche, was gemessen an der Qualität und Länge der Führung ein mehr als fairer Preis war.

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Die Führung gliederte sich in zwei Teile:

1. Eine Führung ausserhalb des Bunkers über das Gelände. Hier wird man umfassend über den Bau der Bunkeranlagen und die geschichtlichen Hintergründe informiert. Auch das damit verbundene Schicksal der Stadt Lorient wird angemessen beleuchtet.

Dann wird erklärt, wie in den 1940ern die U-Boote mittels einer Eisenbahnähnlichen Konstruktion an Land gezogen werden konnten und mit einer Art Eisenbahndrehscheibe in eine Bunkerbox geschoben werden konnten.
Diese teilweise überbunkerte Slip- Rangieranlage ist noch gut zu erkennen. Auf der Rangieranlage ist ein französiches -Nachkriegs-U-Boot aufgebaut und dadurch kann man das System noch leichter ekennen.
Anschließend wird man zum „klassischen“ U-Boot Bunker geführt, wie er den meisten wohl aus dem Film „Das Boot“ geläufig ist.
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2. Führung durch den U-Bootbunker K-3. Der Fremdenführer wies besonders auf die beiden je 50t schweren Eingangstore des Bunkers hin und schilderte deren Fertigung, Transport und Einbau sehr anschaulich.

Im Inneren des Bunker erhält man dann einen Überblick über die vorhandenen U-Boot Boxen und erfährt, dass diese bis zur Ausserdienststellung der konventionellen französischen U-Boote bis in die 1990er hinein in Betrieb waren.

Anschaulich wurde erklärt, wie die U-Boote in den Boxen gewartet und aufmunitioniert wurden.

Im Anschluss daran wird die besondere Deckenkonstruktion des Bunkers vorgestellt. Das Dach besteht aus zwei übereinander liegenden mehrere Meter dicken Stahlbeton- Lagen mit einem dazwischen befindlichen Hohlraum, der als Umsetzungsfläche für Fliegerbomben diente. Selbst mit den berüchtigten Talbot-Bomben war es den Alliierten bis Kriegsende nicht gelungen den Bunker „zu knacken“.

Zum Abschluss wird noch ein auf dem Dach befindlicher Flakturm präsentiert. Von hier aus hat man einen guten Ausblick auf den Hafen von Lorient, die alte Hafenfestung und die Ausfahrt in den Golf von Biskaya.

Pointe de Raz – Von Elementen umtost

Wir besuchten das Pointe du Raz an einem bewölkten Tag, so dass sich der Andrang von Touristen in Grenzen hielt. Im Eingangsbereich des Kapbereichs befindet sich ein großer Parkplatz und ein Infocenter. Hier befinden sich auch ein paar Cafés, die unvermeidlichen Souvenirgeschäfte und ordentlich dimensionierte Sanitärräume. Die Preise in den Cafeterias sind wirklich gesalzen, weswegen wir auf einen Besuch dieser Restaurationen verzichteten. Die Parkgebühr dagegen hält sich erfreulicherweise in moderaten Grenzen.
Führ unseren mehrstündigen Aufenthalt bezahlten wir etwas über sechs Euro. EIn Betrag der völlig in Ordnung geht, da man kein weiteres Eintrittsgeld entrichten muss.
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Die Kapspitze erreicht man auf direkten Weg über einen gut ausgebauten Fußweg nach circa 20 Minuten. Wer will kann aber auch Schwindelerregende Pfade am Klippenrand benutzen, wo sich einem Atemberaubende Aussichten bieten.

Bis zu 72 Meter stürzen sich die Klippen ins Meer, dessen Brandung sich lautstark am Felsen bricht.

Von der Kapspitze hat man einen tollen Ausblick auf die vorgelagerte Ile-de-Sein und zwei dazwischen befindliche Leuchttürme.

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Ebenfalls hat man einen guten Panoramablick auf die umliegenden Strände, wo Wellenreiter ihren schönen Sport ausüben.

Interessant fand ich auch die große Madonnenstatue an der Kapspitze, die Überreste eines Rundturms am Eingang des Rundwegs und ein davor stehendes altes keltisches Hochkreuz.

Das Plateau des Kaps ist mit Heidekraut überwuchert und leuchtet  dementsprechend im Sonnenlicht.

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Das Point-du-Raz sollt sich kein Reisender im Bereich Finistere entgehen lassen.

Für einen Besuch sollt man schon drei bis vier Stunden veranschlagen.