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Plattenspieler Update mit Hindernissen

CS-455

Seit geraumer Zeit lag mir meine Tochter Caitlin mit dem Wunsch nach einem eigenen Plattenspieler in den Ohren. Eine Marktschau nach einem gescheiten neuen oder gebrauchten Gerät war dann doch ernüchternd.

So genannte Koffergeräte sind äußerst primitiv und der Tonabnehmer ist nicht wechselbar. Gewichtsverstellung oder Anti-Skating sind undenkbar.  Gescheite Einsteiger-Neugeräte sind auch nicht unter 200,- EUR zu bekommen.

So beschloss ich einen Ersatz für meine altgedienten Dual CS-435 zu beschaffen, den ich seit 2007 mein Eigen nenne. Diesen Dual hatte ich damals für weit weniger als 75,-  EUR bei Ebay ersteigert.  Im Laufe der Jahre kamen neue Nadeln und einer neuer Riemen dazu.

Mit dem CS-435 war ich sehr zufrieden. Vor allem finde ich ich die Vollautomatik des Spieler immer noch ganz hervorragend und kaum ein neuer Spieler hat so etwas. Da ich weder Heim-DJ bin und ein gewisses Mindestmaß an Komfort schätze, sollte auch das neue Gerät wieder ein Vollautomat sein.

Was lag also näher als die Augen nach einem CS-455 offen zu halten. Dieser ist das logische Upgrade des CS-435 und weist einen hochwertigeren kardanisch gelagerten Tonarm mit abnehmbarem Headshell auf. Auch der Plattenteller ist schwerer gearbeitet und sollte noch mehr Laufruhe ins Spiel bringen.

Bei Ebay wurde ich dann vor zwei Wochen fündig. Hier wurde ein angeblich „Near Mint“ CS 455 mit SuperOM System feilgeboten.

Für 63,- EUR konnte ich das Gerät dann ersteigern. Ich freute mich sehr und konnte die Lieferung kaum erwarten. Dann endlich nach einer Woche wurde der Spieler  von der Fa. GLS angeliefert. Die Umverpackung sah ziemlich mitgenommen aus, war aber unbeschädigt. Beim Auspacken folgte dann die Ernüchterung. Die Plexiglashaube wies einige Kratzer auf und das Furnier des Schallplattenspielers war an einigen Stellen beschädigt.

Direkt fiel mir auf , dass das Gerät mit aufgesetzten Plattenteller verschickt worden war.  Durch das Hin und Her und den augenscheinlich nicht vernünftigen Umgang des Transporteurs mit der Ware hatte der schwere Plattenteller die Welle ausgeschlagen, so dass der Teller bei der Inbetriebnahme Schleifgeräusche  abgab und wie ein Karussell eierte.

Ich beschloss nun den Player wieder zurückzugeben und stellte einen Antrag auf Rückgabe. Fünf Tage liess sich der Verkäufer nun Zeit  meine Mail zu beantworten. Rundherum lehnte dieser  mein Anliegen ab, weil er ja angeblich alles richtig gemacht hätte.  Eine riesige Unverschämtheit.

Um jetzt die Ebay-Klärungsstelle einzuschalten hätte ich weitere zwei Tage warten müssen und so beschloss ich in einer Kurzschlussreaktion selber Hand an das Gerät zu legen.

Bei Zerlegen des Geräts bestätigte sich mein obiger Verdacht. Es gelang mir  das Lager der Spindel wieder festzulegen. Dazu konnte ich die Mechanik der Automatik einfetten und sämtliche Verschraubungen nachziehen.

Aus meiner Schatzkiste konnte ich den Spieler  noch einen neuen Antriebsriemen  spendieren.

Nachdem der Tonarm ausbalanciert war, stellte ich das Auflagegewicht ein und justierte das Anti-Skating. Die am System befindliche Nadel ersetzte ich durch eine Original Ortofon Nadel aus meinen Fundus.  Und siehe da, … it works.

Als Test- LP wählte ich ein mir wirklich äusserst bekanntes Machwerk; … The Wall!

Es war jetzt zwar nicht so, dass sich David Gilmour aus den Lautsprechern in mein Wohnzimmer hineinbeamte, aber ich konnte schon eine Verbesserung zum  Klangs des  CS-435 feststellen.  Aber diese Verbesserung  war doch  geringer, as ich erwartet hatte.

Den Rückgabeantrag bei Ebay habe ich zurückgezogen.  Ein Rechtsstreit schien ja unvermeidbar und wäre wahrscheinlich wie das Hornberger Schießen ausgegangen.

Dual CS-435 vorne und CS-455 hinten

Die nächste Bastelaktion ist jetzt  den „alten Dual“ mit Caitlins Gitarrenverstärker zu koppeln. Das wird bestimmt auch wieder ein lustiges Unterfangen.

 

Nachschub für den Plattenteller

recoplIm Oktober des vergangenen Jahres tat sich sensationelles in Eschweiler auf.

Im sonst doch, doch sehr  von den „tollen 1,- € Läden“, Bäckereien, Apotheken, Telekommunikationsläden  und orientalischen Futterkrippen dominierten  Geschäftsumfeld eröffnete mit dem „Ohrwurm“ ein Second-Hand Schallplattenladen seine Pforten.

Pünktlich zum neuen Jahr habe ich  dort wieder zugeschlagen:

Folgende „neue Alte“ -Vinyl Scheiben haben den Weg ins heimische Regal und damit auf meinen Player gefunden.

  • Queen -A day at the races (1976) – EMI (italienische Pressung)
  • Joe Cocker- Unchain my heart (1987)- CAPITOL (US-Pressung)
  • Phil Collins – Face Value (1981) – WEA (Westdeutschland)
  • Rolling Stones – Let it bleed (1969) – PAX (israelische Pressung)

Besonders die Stones-Scheibe ist von überragender Qualität und überzeugt mit einem tollen Klang.

Alle Schallplatten waren wieder von sehr guter Qualität. Die Phil Collins Scheibe hatte ich mir irgendwann mal in den 80ern auch schon auf CD gegönnt. Im Gegensatz zu der nun erworbenen Schallplatte, kann man die CD aber nicht mehr wirklich anhören, obwohl diese optisch unbeschädigt ist.

Bedauernswert, dass dieses einst so gehypte Tonträgerformat schon nach knapp 30 Jahren schlapp macht und das schon totgesagte  analoge Format die Zeit überdauert.