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U-Boot Bunker Lorient – Besichtigung mit Tiefgang

Bei meinem Besuch der Bretagne wollte ich mir diese Hinterlassenschaften des Weltkriegs nicht entgehen lassen. Erst seit Ende der 1990er Jahre ist das Gelände frei zugänglich und wird seitdem Schritt für Schritt erschlossen. In Teilen der Bunkeranlagen konnten diverse Firmen angesiedelt werden, die alle irgendwie etwas mit Yachtbau und Segelrennen zu tun haben. Auch ist am Eingangsbereich des Bereichs ein modernes / futuristisches Museum entstanden, dass sich dem Yachtsport widmet. Hier müssen auch die Eintrittskarten für die Führung durch den U-Boot Bunker erstanden werden. Hier muss man sich dann auch entscheiden ob man an einer Französischsprachigen oder einer Englischsprachigen Tour teilnimmt. Wir wählten Englisch. Zwei Erwachsene und zwei Teenager schlugen mit insgesamt 15,- € zu Buche, was gemessen an der Qualität und Länge der Führung ein mehr als fairer Preis war. DSCF6930 Die Führung gliederte sich in zwei Teile: 1. Eine Führung ausserhalb des Bunkers über das Gelände. Hier wird man umfassend über den Bau der Bunkeranlagen und die geschichtlichen Hintergründe informiert. Auch das damit verbundene Schicksal der Stadt Lorient wird angemessen beleuchtet. Dann wird erklärt, wie in den 1940ern die U-Boote mittels einer Eisenbahnähnlichen Konstruktion an Land gezogen werden konnten und mit einer Art Eisenbahndrehscheibe in eine Bunkerbox geschoben werden konnten. Diese teilweise überbunkerte Slip- Rangieranlage ist noch gut zu erkennen. Auf der Rangieranlage ist ein französiches -Nachkriegs-U-Boot aufgebaut und dadurch kann man das System noch leichter ekennen. Anschließend wird man zum "klassischen" U-Boot Bunker geführt, wie er den meisten wohl aus dem Film "Das Boot" geläufig ist. DSCF6933 2. Führung durch den U-Bootbunker K-3. Der Fremdenführer wies besonders auf die beiden je 50t schweren Eingangstore des Bunkers hin und schilderte deren Fertigung, Transport und Einbau sehr anschaulich. Im Inneren des Bunker erhält man dann einen Überblick über die vorhandenen U-Boot Boxen und erfährt, dass diese bis zur Ausserdienststellung der konventionellen französischen U-Boote bis in die 1990er hinein in Betrieb waren. Anschaulich wurde erklärt, wie die U-Boote in den Boxen gewartet und aufmunitioniert wurden. Im Anschluss daran wird die besondere Deckenkonstruktion des Bunkers vorgestellt. Das Dach besteht aus zwei übereinander liegenden mehrere Meter dicken Stahlbeton- Lagen mit einem dazwischen befindlichen Hohlraum, der als Umsetzungsfläche für Fliegerbomben diente. Selbst mit den berüchtigten Talbot-Bomben war es den Alliierten bis Kriegsende nicht gelungen den Bunker "zu knacken". Zum Abschluss wird noch ein auf dem Dach befindlicher Flakturm präsentiert. Von hier aus hat man einen guten Ausblick auf den Hafen von Lorient, die alte Hafenfestung und die Ausfahrt in den Golf von Biskaya.