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Ile de Gavrinis – Besuch in der Jungsteinzeit

Wir besuchten Gavrinis im August 2016. Ein Besuch mit zwei Erwachsenen und zwei Teenagern schlug mit 52,- € zu Buche.

Neben dem Transfer zur Insel Gavrinis, der Besichtigung des Cairns war auch noch eine Bootsumrundung der Nachbarinsel Er Lannic im Preis inbegriffen. Die Preisdifferenz zur normalen Überfahrt und Besichtigung von Gavrinis beträgt nur wenige Euro. In jedem Fall sollte der Besuch vorher gebucht werden. Es wäre fatal, wenn man nach Larmor-Baden anreist und dann keinen Platz auf dem Boot bekommt. Wir buchten am Tag vorher mittels E-Mail, was ohne Probleme von Statten ging. DSCF7064 Die Karten kann man dann in dem Büro am Hafen von Larmor-Baden abholen. Hier befinden sich auch Toiletten, die man auf jeden Fall benutzen sollte, denn weder auf der Insel, noch auf dem Boot befindet sich ein stilles Örtchen. Die Dame im Hafenbüro sprach ein gutes Englisch und stattete uns mit jeder Menge Infomaterial zu Gavrinis in deutscher Sprache aus. DSCF7050 Das Transferboot, bei dem es sich um einen alten, umgebauten Kutter handelte, legte dann auch pünktlich am Ende der Hafenmole an. Das Boarding war relativ zügig abgeschlossen und innerhalb einer Viertelstunde hatten wir die Insel Gavrinis erreicht, wo wir von einer resoluten Fremdenführerin erwartet wurden. Größere Taschen der Besucher wurden nach dem Empfang eingeschlossen und die Fremdenführerin begann mit der Einweisung in die Örtlichkeit, was wirklich sehr fundiert war. Dummerweise geschah dies nur in französischer Sprache, der ich auch bis zu einem gewissen Punkt mächtig bin. Bei der Fülle der Informationen musste ich dann aber irgendwann die Reißleine ziehen, bzw. verstand nur noch Bahnhof. im-inneren-des-grabgangs Die Fremdenführerin teilte dann die Gruppe in zwei ca. 15 Personen starke Gruppen auf und führte diese nacheinander in den Grabhügel. Der 14 Meter lange Gang endet nach 14 Metern in einer Grabkammer. Interessant und meiner Meinung nach einzigartig sind die Ornamente in den Tragsteinen. Neben Darstellungen von Axtklingen, Pfeil und Bogen, Rinder und Schlangen fällt vor allem die Spiralförmige Ornamentik ins Auge. Die Fremdenführerin wies auf sämtliche Besonderheiten hin, erklärte viel und beantwortete auch viele Fragen, ... leider nur in Französisch. Die eigentliche Besichtigung des Ganggrabs dauerte ca. 20 Minuten. Fotografieren innerhalb des Grabs ist untersagt. Auf der Rückfahrt hielt das Boot noch vor der Insel Er Lannic und es bestand die Möglichkeit die halb versunkene Kreissteinsetzung zu bestaunen. Das ist meiner Meinung nach ein wenig enttäuschend, da man vom Boot aus nicht wirklich die Kreisform der Anlage erkennen kann. Auf dem Luftbild sieht die Anlage dahingegen sehr gut aus und ich war wohl deswegen in einer falschen Erwartungshaltung. Gut gefallen hat uns, dass immer nur ca. 30 Leute gleichzeitig auf Gavrinis sind. Weniger gut finde ich, dass vor Ort keine Führung in anderen Sprachen angeboten wird. Schulfranzösisch bekommt hier nämlich klar seine Grenzen aufgezeigt (Deshalb hier einen Punkt weniger). Den Besuch von Er Lannic kann man sich getrost schenken, da die Anlage wohl nur auf dem Luftbild wirklich gut aussieht.