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Ikonisches Werk und Mauerblümchen aufgelegt

Nun, ... ich habe wieder im Plattentrödel zugeschlagen. Erstanden habe ich ein eher verachtetes Werk von Pink-Floyd und das Weltmusik Album schlechthin. Fangen wir mit der Rezension aber beim Floydschen Machwerk an: A momentary lapse of reason - Pink Floyd Mitte der 1980er Jahre nach dem Werk "The Final Cut (1983)" verabschiedete sich Roger Waters vom Projekt Pink Floyd. Es folgten rechtliche Auseinandersetzungen ob die restlichen Bandmitglieder ais Pink Floyd weitermachen durften. 1985 wurde dann zu Gunsten der Restband entschieden, die dann 1987 mit dem Album "A momentary lapse of reason" zurückkehrten. Dieses Album wird von vielen Hardcore-Fans gemieden und von der Kritik zerrissen, da man den "genialen Genius" von Waters vermissen soll. Der Albumtitel bedeutet frei übersetzt "Ein Augenblick der Vernunft". Nach den Querelen der Band in den 80ern kann man das Album aber als stimmiges, vernünftiges Werk bezeichnen, das zwar nicht  an ikonische Pink Floyd Werkstücke aus den 70ern wie "The dark side of the moon" oder "Wish you where here" herankommt, aber den Hörgewohnheiten der späten 80ern Rechnung trägt und eine Brücke vom klassischen Werk zu neuen Produktionen wie The Division Bell baut. Ich testete bei einem Glas edlen 12 yrs old Ancnoc Single Malt eine 1987er UK-EMI Pressung des Albums und war dann nach dem Hören etwas Ratlos, ja zwiespältig. Wirkliche "Knaller" wie "On the turning away" sind dann doch mit einigem Füllstoff zum Gesamtalbum verwoben. Ein wenig fehlt dem Werk das von dieser Gruppe gewohnte Storytelling eines Albums. Nichtdestotrotz iste es im Vergleich zu den 80er Machwerken anderer bekannte Rock-Dinos ein recht brauchbares Werk.   Graceland - Paul Simon
Graceland
Als absolut durchhörbar erwies sich dann meine zweite Neuerwerbung. Eine Warner-Originalpressung von Paul Simons Graceland, das Mitte der 1980er Jahre in Südafrika zusammen mit afrikanischen Interpreten aufgenommen wurde. Südafrika litt damals noch unter dem Apardtheidsregime und Simon musste deswegen einige Kritik einstecken. Dieses Album schaffte es aber afrikanische Musiker,  allen voran die Gruppe Ladysmith Black Mambazo und den Gitarristen Ray Phiri von der Gruppe Stimelain in Europa und Nordamerika bekannt zu machen. Wie gesagt ist das Werk  komplett durchhörbar. Die Mischung aus dem bekannten Singer- und Songwriterstil und der afrikanisch-exotische Stil machen bei diesem Album den Unterschied. Mit den "Hits You can call me Al" und Homeless verstecken sich die Höhepunkte des Albums auf Seite 2, ebenso das wirklich sehr Hörenswerte "Under African Skies". Wer sich für Weltmusik interessiert und hier einen Einstieg sucht ist mit dem ikonischen Album Graceland gut beraten.